Die Abwehr-Zentrale: HLA, Entzündungen und Autoimmunität
Ein starkes Immunsystem ist unser wichtigster Schutzschild. Doch es ist ein zweischneidiges Schwert: Reagiert es zu schwach, werden wir krank. Reagiert es zu stark oder falsch, greift es den eigenen Körper an (Autoimmunität). Diese Feinjustierung ist tief in unserer DNA verankert.
Freund oder Feind? Das HLA-System
Die Gene des HLA-Komplexes (Human Leukocyte Antigen) sind wie der Ausweis-Kontrolleur des Körpers. Sie präsentieren Bruchstücke von Viren (oder Gluten) den Abwehrzellen. Bestimmte Varianten wie HLA-DQ2/DQ8 sind berüchtigt: Sie "erkennen" Gluten fälschlicherweise als gefährlich und lösen so Zöliakie aus.
Silent Inflammation
Andere Gene wie IL6 (Interleukin-6) oder TNF steuern die Intensität von Entzündungen. Manche Menschen sind genetisch "pro-inflammatorisch" eingestellt. Sie neigen zu dauerhaften, unterschwelligen Entzündungen ("Silent Inflammation"), die langfristig Gefäße schädigen und chronische Krankheiten begünstigen können. Hier ist ein entzündungshemmender Lebensstil (Omega-3, wenig Zucker) besonders wichtig.