Die Genetik der Leistung: Kraft, Ausdauer und Regeneration
Warum fällt manchen Menschen der Marathon leicht, während andere im Sprint oder Kraftsport glänzen, aber beim Joggen leiden? Die Antwort liegt oft nicht nur im Training, sondern in der Muskelfaserzusammensetzung, der Sauerstoffaufnahme und der Regenerationsfähigkeit – Faktoren, die stark genetisch mitbestimmt sind.
Der Muskel-Code: ACTN3 und ACE
Das bekannteste "Sport-Gen" ist ACTN3. Es kodiert Alpha-Actinin-3, ein Protein, das nur in schnellen Muskelfasern vorkommt. Etwa 18% der Weltbevölkerung haben eine Variante (XX-Genotyp), die dieses Protein komplett ausschaltet. Diese Menschen sind oft "geborene Ausdauerathleten", während Träger der funktionierenden Variante Vorteile im Explosivkraftsport haben. Das ACE-Gen hingegen reguliert Blutdruck und Gefäßweite und beeinflusst, wie effizient Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden.
Training nach Genen?
Einblick in diese Gene hilft, das Training zu optimieren und Frust zu vermeiden. Power-Typen profitieren überproportional von Intervalltraining und schweren Gewichten. Ausdauer-Typen reagieren besser auf hohes Volumen und gleichmäßige Belastung. Zudem verraten Gene wie COL1A1 oder IL6 viel über das Verletzungsrisiko (Sehnen/Bänder) und den Bedarf an Erholungsphasen.