Die chemische Fabrik: Wie Ihr Körper entgiftet
Täglich sind wir einer Vielzahl von chemischen Stoffen ausgesetzt: Umweltgiften, Medikamenten, Hormonen aus der Nahrung und körpereigenen Abfallprodukten. Wie effizient unser Körper diese Stoffe neutralisiert und ausscheidet, ist höchst individuell – und genetisch festgelegt.
Phase I und Phase II Entgiftung
Die Entgiftung in der Leber läuft in zwei Takten: In Phase I (gesteuert durch die CYP450-Enzymfamilie) werden fettlösliche Gifte chemisch "aktiviert". Das macht sie reaktiver – oft sogar giftiger als zuvor. In Phase II (z.B. GST-Gene) müssen diese Zwischenprodukte sofort an Moleküle wie Glutathion gebunden und wasserlöslich gemacht werden. Ein genetisches Ungleichgewicht (z.B. superschnelle Phase I, aber langsame Phase II) kann zu oxidativem Stress und Zellschäden führen.
Kaffee, Medikamente und Rauch
Manche Menschen sind genetische "Langsam-Metabolisierer" (z.B. CYP1A2). Sie bauen Koffein extrem langsam ab und bekommen von Kaffee Herzrasen oder Schlafstörungen. Andere (Schnell-Metabolisierer) können vor dem Schlafen Espresso trinken. Ähnliches gilt für Medikamente: Gene entscheiden oft über Wirkung und Nebenwirkung.