Neurogenetik: Der Bauplan unserer Psyche
Unsere Persönlichkeit, wie wir mit Stress umgehen, wie risikofreudig wir sind oder wie gut wir uns konzentrieren können, wird biochemisch durch Neurotransmitter gesteuert. Dopamin, Serotonin und Noradrenalin sind die Botenstoffe – und Gene bestimmen, wie viele Rezeptoren wir haben und wie schnell diese Stoffe wieder abgebaut werden.
Warrior oder Worrier?
Ein berühmtes Beispiel ist das COMT-Gen. Es baut Dopamin im Frontalhirn ab. Die "Warrior"-Variante (Val/Val) baut Dopamin sehr schnell ab: Diese Menschen sind unter Stress ruhig und leistungsfähig, haben aber im Alltag oft weniger Fokus. Die "Worrier"-Variante (Met/Met) baut Dopamin langsam ab: Diese Menschen haben einen hohen Dopaminspiegel, sind kreativ und konzentriert, aber unter Druck schnell überfordert (Angst/Stress).
Lernen und Belohnung
Andere Gene wie DRD2 (Dopamin-Rezeptor) steuern unser Belohnungszentrum – und damit unsere Anfälligkeit für Süchte oder Heißhunger. BDNF wirkt wie Dünger für das Gehirn und fördert die Neuroplastizität (Lernen). Wissen über diese Gene hilft, die eigene psychische "Betriebsanleitung" zu verstehen.