Protein O-Mannosyltransferase 1
POMT1 kodiert ein Enzym, das für die O-Mannosylierung von Alpha-Dystroglykan essentiell ist. Dieser posttranslationale Modifikationsprozess ist kritisch für die Funktion von Dystroglykan, einem Protein, das Muskelzellen mit der extrazellulären Matrix verbindet. Mutationen in POMT1 führen zu schweren kongenitalen Muskeldystrophien mit Augen- und Gehirnanomalien.
9q34.13 (Chromosom 9)
Erbkrankheiten
Autosomal rezessiv
Sehr selten (<1:100.000)< /p>
POMT1 bildet zusammen mit POMT2 einen Enzymkomplex, der O-Mannose-Zucker auf Serin- und Threonin-Reste von Alpha-Dystroglykan überträgt. Diese Glykosylierung ist essentiell für die Bindung von Dystroglykan an Laminin und andere Komponenten der extrazellulären Matrix.
Bei Mutationen in POMT1 ist die Glykosylierung von Dystroglykan gestört, was zu einer Schwächung der Verbindung zwischen Muskelzellen und der extrazellulären Matrix führt. Dies resultiert in Muskelschwäche, Degeneration und den charakteristischen Augen- und Gehirnanomalien.
Dystroglykanopathien sind eine Gruppe von Muskeldystrophien, die durch defekte Glykosylierung von Alpha-Dystroglykan verursacht werden. Neben POMT1 können auch Mutationen in POMT2, FKTN, FKRP und anderen Genen ähnliche Phänotypen verursachen. Das Spektrum reicht von milden Limb-Girdle-Muskeldystrophien bis zum schweren Walker-Warburg-Syndrom.
Schwerste Form: kongenitale Muskeldystrophie, Lissenzephalie (glatte Gehirnoberfläche), Augenanomalien, oft lebensbedrohlich im Säuglingsalter
Mildere Form mit Muskelschwäche im Schulter- und Beckengürtel, später Beginn
Mikrophthalmie, Katarakt, Netzhautdysplasie
Bedeutung: c.598G>C (p.A200P, Ala200Pro) - Pathogene Variante, die zu kongenitaler Muskeldystrophie führt. Diese Mutation beeinträchtigt die Enzymaktivität und führt zu reduzierter Dystroglykan-Glykosylierung.
Die Diagnose erfolgt durch Muskelbiopsie (reduzierte Dystroglykan-Glykosylierung), Bildgebung des Gehirns (Lissenzephalie, Hydrozephalus) und genetische Tests. Eine frühe Diagnose ist wichtig für die genetische Beratung und Familienplanung.
Management: Supportive Therapie mit Physiotherapie, Atemunterstützung, Ernährungsmanagement. Keine kausale Therapie verfügbar, aber Gentherapie-Ansätze in präklinischer Entwicklung.
Prognose: Walker-Warburg-Syndrom hat eine sehr schlechte Prognose mit Lebenserwartung oft unter 3 Jahren. Mildere Formen (LGMD2K) haben bessere Prognose mit normaler Lebenserwartung.
Die Informationen auf dieser Seite basieren auf folgenden wissenschaftlichen Quellen:
Letzte Aktualisierung: Feb. 2026