Hämoglobin Subunit Beta (Beta-Globin)
Das HBB-Gen kodiert die Beta-Kette des Hämoglobins, des Proteins in roten Blutkörperchen, das für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich ist. Mutationen in diesem Gen sind die Ursache für einige der weltweit häufigsten Erbkrankheiten.
11p15.4 (Chromosom 11)
Erbkrankheiten
Autosomal rezessiv
Variabel (bis zu 1:50 in Risikogebieten)
Das HBB-Gen liefert die Bauanleitung für das Beta-Globin-Protein. Zwei Beta-Globin-Proteine verbinden sich mit zwei Alpha-Globin-Proteinen zu einem Hämoglobin-A (HbA) Komplex.
Hämoglobin bindet Sauerstoff in der Lunge und gibt ihn im Gewebe wieder ab. Ohne funktionsfähiges HBB kann die Sauerstoffversorgung des Körpers massiv beeinträchtigt sein.
HBB ist das erste Gen, für das 2023 CRISPR-Gentherapien (Casgevy®, Lyfgenia®) zur Heilung der Sichelzellanämie zugelassen wurden.
Mutationen im HBB-Gen führen zu den sogenannten Hämoglobinopathien:
Punktmutation führt zu verformten Erythrozyten und Gefäßverschlüssen.
Verminderte Produktion von Beta-Globin führt zu schwerer Anämie.
Varianten, die oft in Kombination mit HbS oder Thalassämie auftreten.
Klinisch signifikante Varianten im HBB-Gen:
Bedeutung: HbS (Sichelzell-Mutation). Träger (AT) haben Malariaschutz, homozygote Träger (TT) erkranken an Sichelzellanämie.
Bedeutung: IVS1-110 Splice-Mutation. Eine der häufigsten Ursachen für Beta-Thalassämie im Mittelmeerraum.
Die Behandlung umfasst Bluttransfusionen, Hydroxyurea oder bei Eignung die neuen Gentherapien. Ein Neugeborenen-Screening ist in vielen Ländern Standard.