Das Schlüsselenzym der Pharmakogenetik
CYP2D6 ist ein Mitglied der Cytochrom-P450-Enzymfamilie. Es ist primär in der Leber aktiv und für den Abbau von etwa 20-25% der klinisch genutzten Medikamente verantwortlich. Aufgrund starker genetischer Variationen verstoffwechseln Menschen Arzneimittel extrem unterschiedlich – von fast gar nicht (Poor Metabolizer) bis hin zu rasend schnell (Ultrarapid Metabolizer).
22q13.2 (Chromosom 22)
Stoffwechsel
Autosomal kodominant
7-10% (Europäer)
Das CYP2D6-Enzym verarbeitet Substanzen wie Antidepressiva (z.B. SSRIs), Betablocker, Antiarhythmitika und Schmerzmittel (z.B. Codein, Tramadol). Bei Codein etwa ist CYP2D6 dafür verantwortlich, den Wirkstoff in das wirksame Morphin umzuwandeln.
Die Kenntnis des CYP2D6-Status erlaubt es Ärzten, die Dosierung von Medikamenten individuell anzupassen. "Poor Metabolizer" riskieren bei Standarddosen schwere Nebenwirkungen, während "Ultrarapid Metabolizer" oft gar keine Wirkung spüren, da der Körper den Wirkstoff zu schnell eliminiert (oder im Falle von Codein zu schnell in toxische Mengen Morphin umwandelt).
Einer der häufigsten funktionsmindernden Varianten (CYP2D6*4):
CYP2D6*4 (G>A):
Dies ist eine Spleißstellen-Mutation (G>A), die zu einem inaktiven Enzym führt. Personen mit dem
Genotyp AA sind "Poor Metabolizer".