🧬 Erbkrankheiten

CNGA3

Cyclic Nucleotide Gated Channel Alpha 3

Übersicht

CNGA3 kodiert die Alpha-Untereinheit eines zyklischen Nukleotid-gesteuerten Ionenkanals, der spezifisch in den Zapfen-Photorezeptoren der Netzhaut exprimiert wird. Zusammen mit CNGB3 bildet es einen funktionellen Kanal, der für die Phototransduktion unerlässlich ist. Mutationen verursachen Achromatopsie Typ 2.

📍 Chromosomale Position

2q11.2 (Chromosom 2)

🧬 Gen-Kategorie

Erbkrankheiten

🔬 Vererbung

Autosomal rezessiv

📊 Prävalenz

Zweithäufigste Form (~25% der Achromatopsie-Fälle)

Funktion & Bedeutung

CNGA3 bildet die porenbildende Alpha-Untereinheit des CNG-Kanals in Zapfen. Dieser Kanal ist entscheidend für die Umwandlung von Lichtsignalen in elektrische Signale. Wenn Licht auf die Zapfen trifft, sinkt der cGMP-Spiegel, was zum Schließen der CNG-Kanäle führt und eine Hyperpolarisation auslöst.

Bei Mutationen in CNGA3 kann der Kanal nicht richtig gebildet werden oder ist funktionslos. Dies führt dazu, dass die Zapfen nicht auf Licht reagieren können, was zu vollständiger Farbenblindheit und stark reduzierter Sehschärfe bei Tageslicht führt.

🔬 Kanalstruktur

Der funktionelle CNG-Kanal in Zapfen ist ein Heterotetramer, bestehend aus zwei CNGA3- und zwei CNGB3-Untereinheiten. Beide Untereinheiten sind für die Kanalfunktion essentiell, weshalb Mutationen in beiden Genen zum gleichen klinischen Bild führen.

Assoziierte Krankheiten

  • 👁️ Achromatopsie Typ 2 (ACHM2)

    Vollständige Farbenblindheit, Photophobie, Nystagmus, Sehschärfe typisch 20/200 oder schlechter

  • 🌈 Keine Farbwahrnehmung

    Betroffene sehen die Welt ausschließlich in Graustufen

  • 📉 Zentrale Skotome

    Blinde Flecken im zentralen Gesichtsfeld aufgrund von Zapfen-Dysfunktion

🧬 Relevante SNPs

rs121918359 2:98394389
Allel 1
C
/
Allel 2
T

Bedeutung: Arg277Cys (R277C) - Pathogene Missense-Mutation, die die Kanalfunktion stark beeinträchtigt. Homozygote Träger entwickeln vollständige Achromatopsie.

⚕️ Klinische Bedeutung

Die Diagnose erfolgt meist im ersten Lebensjahr durch ophthalmologische Untersuchungen und Elektroretinographie (ERG), die eine fehlende oder stark reduzierte Zapfen-Antwort zeigt. Genetische Tests bestätigen die Diagnose.

Management: Getönte Brillen oder Kontaktlinsen zur Reduktion der Photophobie, Sehhilfen für die Nähe, und Frühförderung sind wichtige Maßnahmen. Gentherapie-Ansätze werden aktiv erforscht.

📚 Datenquellen

Die Informationen auf dieser Seite basieren auf folgenden wissenschaftlichen Quellen:

  • OMIM: #600053 (CNGA3), #216900 (Achromatopsia 2)
  • dbSNP: rs121918359
  • ClinVar: Pathogene CNGA3-Varianten
  • PubMed: Literatur zur Achromatopsie und CNG-Kanälen
  • Orphanet: ORPHA88 (Achromatopsia)

Letzte Aktualisierung: Feb. 2026

Alternative Bezeichnungen

ACHM2 CNG3 Cone Photoreceptor cGMP-Gated Channel Alpha

Verwandte Gene